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Logistik überholt Büro: 4,1 Milliarden Euro Rekord-Investment 2026 — was der Boom für Gewerbeimmobilien im Kreis Lippe bedeutet

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Logistik überholt Büro: 4,1 Milliarden Euro Rekord-Investment 2026 — was der Boom für Gewerbeimmobilien im Kreis Lippe bedeutet

9 Min LesezeitTR Vertriebs GmbH

Am deutschen Gewerbeimmobilienmarkt hat sich 2026 eine stille Wachablösung vollzogen: Logistik- und Industrieimmobilien sind erstmals zur stärksten Assetklasse der Investoren aufgestiegen und haben das Büro von der Spitze verdrängt. Das zeigen die aktuellen Zahlen von Cushman & Wakefield zum Dreivierteljahr 2026, veröffentlicht am 5. Oktober, zusammen mit dem Flächenumsatz-Rekord, den BNP Paribas Real Estate für den Logistikmarkt meldet. Für Eigentümer und Käufer von Hallen und Gewerbegrundstücken im Kreis Lippe — direkt an einer der gefragtesten Logistik-Achsen Deutschlands, der A 2 — sind das keine abstrakten Zahlen, sondern ein handfester Nachfragetreiber.

4,1 Milliarden Euro: Logistik ist jetzt die stärkste Assetklasse

Nach neun Monaten 2026 summiert sich das gewerbliche Immobilien-Transaktionsvolumen in Deutschland auf 17,85 Mrd. €— ein Plus von 11 % zum Vorjahreszeitraum, allerdings deutlich schwächer als die +25 %, die zur Jahresmitte noch zu Buche standen. Das dritte Quartal allein war laut Cushman & Wakefield sogar das zweitschwächste der vergangenen zwei Jahre. Innerhalb dieses insgesamt noch verhaltenen Marktes hat sich die Reihenfolge der Assetklassen jedoch spürbar verschoben:

AssetklasseVolumen Q1–Q3 2026MarktanteilVs. Vorjahr
Logistik & Industrie≈ 4,1 Mrd. €23 %+18 %
Büro3,76 Mrd. €21 %≈ −2 %
Einzelhandel2,2 Mrd. €—fast halbiert
Hotel960 Mio. €5 %≈ −40 %

Quelle: Cushman & Wakefield, Deutscher Immobilien-Investmentmarkt Q1–Q3 2026 (veröffentlicht 5. Oktober 2026). Rest zu 100 % entfällt u. a. auf Mixed-Use, Grundstücke und Gesundheitsimmobilien.

Damit liegt Logistik & Industrie erstmals vor dem Büro — bislang traditionell die größte gewerbliche Assetklasse am deutschen Markt. Die größte Einzeltransaktion des dritten Quartals unterstreicht den Trend: CBRE Investment Management übernahm ein Logistikportfolio von Blackstone; das Volumen wurde nicht veröffentlicht. Gleichzeitig bleibt der Gesamtmarkt weit von früheren Boom-Jahren entfernt — das gewerbliche Volumen liegt 29 % unter dem Fünfjahres- und 44 % unter dem Zehnjahresschnitt. Investoren sind also wählerischer geworden, aber bei der Wahl der Assetklasse eindeutiger: planbare, langlaufende Logistik-Mietverträge schlagen derzeit die unsichere Nachfrageprognose für Büroflächen.

Flächenumsatz-Rekord: 5,5 Millionen Quadratmeter in neun Monaten

Dass Investoren Logistikimmobilien bevorzugen, hat eine reale Grundlage auf der Nutzerseite. BNP Paribas Real Estate beziffert den bundesweiten Flächenumsatz für Lager- und Logistikflächen in den ersten neun Monaten 2026 auf rund 5,5 Mio. m² — ein Plus von 28 % zum Vorjahreszeitraum und 9 % über dem Zehnjahresschnitt. Das dritte Quartal allein erreichte knapp 2,2 Mio. m², ein Zuwachs von 23 % gegenüber dem zweiten Quartal und das stärkste Einzelquartal seit dem zweiten Quartal 2022. Haupttreiber bleiben Logistikdienstleister, die überwiegend im Auftrag des E-Commerce agieren.

Auch die Mieten ziehen an: Im Schnitt der wichtigsten Standorte lagen die Spitzenmieten rund 4,3 % über dem Vorjahresquartal. München führt mit 11,25 €/m² vor Frankfurt (9,00 €), Düsseldorf (8,85 €), Hamburg (8,80 €), Köln (8,60 €) und Berlin (8,30 €). Nicht überall läuft es gleich gut: Berlin kam in neun Monaten nur auf rund 298.000 m² (−7 % zum Vorjahr, −18 % unter dem Zehnjahresschnitt), weil Nutzer dort eher bestehende Flächen verlängern als neue anmieten. Düsseldorf dagegen erzielte mit rund 202.000 m² das beste Neun-Monats-Ergebnis seit 2017 und liegt gut 12 % über dem langjährigen Schnitt.

OWL und der A2-Korridor: Wo im Umfeld des Kreises Lippe gerade gebaut wird

Der bundesweite Trend ist am A2-/A33-Korridor rund um den Kreis Lippe bereits sichtbar. Der Entwickler P3 Logistic Parks hat laut Pressemeldung vom 10. März 2026 ein rund 40.700 m² großes Brownfield-Areal an der Friedrich-Hagemann-Straße in Bielefeld-Ost erworben — einen früheren Produktionsstandort, auf dem eine Mietfläche von bis zu 20.160 m² entstehen soll, Baubeginn voraussichtlich erstes Quartal 2027. Parallel baut Panattoni im Gewerbegebiet Borgholzhausen/Versmold nordwestlich von Bielefeld für den Logistikdienstleister B+S, und der Vermarkter Realogis meldete am 9. April 2026 ein Vermietungsmandat über rund 38.000 m² Logistikfläche nahe der A 33 in Schloß Holte-Stukenbrock — nur wenige Kilometer von Augustdorf entfernt, einem der Lipper Logistik-Hotspots, die wir im Beitrag zur A2-Standortanalyse ausführlich beschrieben haben.

Im Kreis Lippe selbst zeigt sich der Effekt unter anderem im Gewerbegebiet Asemissen (Leopoldshöhe), direkt an der A 2: Hier steht eine Bestandshalle zum Verkauf, in einer Lage, die von genau der Nachfrage profitiert, die die bundesweiten Zahlen beschreiben. Dass neue Logistikflächen im OWL-Raum überwiegend außerhalb des Kreises Lippe entstehen — etwa in Bielefeld oder Schloß Holte-Stukenbrock — verschärft dabei einen Effekt, den wir bereits im Beitrag zur Gewerbeflächen-Knappheit im Kreis Lippe beschrieben haben: Das knappste Flächenkontingent aller OWL-Kreise bis 2042 trifft auf steigende Nachfrage von außen, was erschlossene Bestandshallen und baureife Grundstücke im Kreisgebiet zusätzlich aufwertet.

Was der Boom für Eigentümer und Investoren im Kreis Lippe bedeutet

  • Logistik- und Hallenflächen sind die Verkäufer-Assetklasse 2026: Während Büroinvestments stagnieren oder leicht fallen, suchen Investoren gezielt nach Lager-, Produktions- und Light-Industrial-Objekten mit solider Mieterbonität und langer Restlaufzeit.
  • Lage an der A 2 wird zum Preisargument: Mit dem Nachfrageüberschwappen aus Bielefeld und Schloß Holte-Stukenbrock rücken erschlossene Lipper A2-Standorte — Bad Salzuflen, Lage, Augustdorf, Leopoldshöhe — näher an die Konditionen der etablierten OWL-Hubs heran.
  • Bestand vor Neubau gilt auch hier: Wegen begrenzter Neubauflächen im Kreis Lippe sind sofort nutzbare Bestandshallen mit bestehendem Baurecht gegenüber Projektentwicklungen im Vorteil — ein Muster, das sich durch mehrere unserer Marktberichte 2026 zieht.
  • Büroobjekte differenziert betrachten: Wer Büroflächen hält, sollte die Entwicklung realistisch einordnen — Details dazu im Beitrag zum vdp-Preisindex für Büroimmobilien.
  • Finanzierung früh klären: Auch bei steigender Nachfrage entscheidet am Ende die Finanzierungskondition über die Rendite — Rechenbeispiele dazu im Beitrag zur Anschlussfinanzierung nach dem EZB-Zinsschritt.

Unter dem Strich zeigt das dritte Quartal 2026: Der Gesamtmarkt bleibt vorsichtig und weit von früheren Boom-Jahren entfernt, aber innerhalb dieses Marktes hat Logistik die Führung übernommen. Für den Kreis Lippe heißt das, seine Position an der A 2 jetzt bewusst zu nutzen — ob beim Verkauf einer Bestandshalle, der Vermietung eines Gewerbegrundstücks oder der Neubewertung eines Objekts im Hinblick auf diese Nachfrageverschiebung.

Häufig gestellte Fragen zum Logistik-Investmentboom 2026

Warum haben Logistikimmobilien 2026 das Büro als stärkste Assetklasse überholt?+

Nach Zahlen von Cushman & Wakefield zum Dreivierteljahr 2026 flossen rund 4,1 Mrd. € in Logistik- und Industrieimmobilien (+18 % zum Vorjahr, 23 % Marktanteil) gegenüber 3,76 Mrd. € im Büro (−2 %, 21 % Anteil). Investoren bevorzugen damit erstmals planbare, langlaufende Logistik-Mietverträge gegenüber Büroflächen, deren Bewertung durch Homeoffice und schwankende Nachfrage unsicherer geworden ist.

Wie stark ist der Flächenumsatz bei Logistikimmobilien 2026 gestiegen?+

Laut BNP Paribas Real Estate wurden in den ersten neun Monaten 2026 bundesweit rund 5,5 Mio. m² Logistik- und Industriefläche vermietet oder für den Eigenbedarf gebaut — ein Plus von 28 % zum Vorjahr und 9 % über dem Zehnjahresschnitt. Allein das dritte Quartal kam auf etwa 2,2 Mio. m², das stärkste Quartal seit dem zweiten Quartal 2022.

Was bedeutet der Logistik-Boom für Gewerbeflächen im Kreis Lippe?+

Der Kreis Lippe profitiert über den A2-Korridor vom OWL-weiten Nachfrageschub: Entwickler sichern sich Flächen in Bielefeld-Ost und Schloß Holte-Stukenbrock, direkt an der Kreisgrenze. Da der Regionalplan OWL dem Kreis Lippe selbst nur ein knappes Flächenkontingent bis 2042 zugesteht, werden erschlossene Bestandshallen und Gewerbegrundstücke an der A2 — etwa in Leopoldshöhe, Bad Salzuflen oder Augustdorf — tendenziell wertvoller.

Ist der gesamte Immobilien-Investmentmarkt 2026 schon wieder auf Vorkrisen-Niveau?+

Nein. Das gewerbliche Transaktionsvolumen von 17,85 Mrd. € nach drei Quartalen liegt zwar 11 % über dem Vorjahr, aber weiterhin 29 % unter dem Fünfjahres- und 44 % unter dem Zehnjahresschnitt. Das dritte Quartal 2026 gilt laut Cushman & Wakefield sogar als das zweitschwächste der vergangenen zwei Jahre — die Erholung verläuft selektiv und keineswegs branchenübergreifend.

Quellen & Einordnung

Stand: 19. Oktober 2026. Angaben zu Panattoni (Borgholzhausen/Versmold) und Realogis (Schloß Holte-Stukenbrock, Meldung vom 9. April 2026) stammen aus Fach- und Vermarkter-Pressemeldungen. Die Einordnung für den Kreis Lippe ist unsere eigene Analyse und keine Aussage der genannten Quellen. Dieser Beitrag ersetzt keine Anlage- oder Rechtsberatung.

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